Erstellt im Oktober 2019 als Erweiterung zur Webseite "Neugeschrei.de".

Recherche, Bildauswahl und Text:

Gestaltung:

Helga Scheichenost

Bernd Lenhard

Neugeschrei gehörte anfangs zur Pfarrei von Weipert, das war immer ein weiter Weg zur Kirche. Die Dorfbewohner wünschten sich ein eigenes Gotteshaus. So wurde im Jahr 1870 ein Kirchenbauverein gegründet. Man sagte damals, es gäbe in Neugeschrei Familien, die sich kaum satt essen konnten, um etwas für den Bau der Kirche geben zu können, denn jeden Monat ging Herr Langer von Haus zu Haus um Spenden zu sammeln.

Der Kaufmann Leonhard Siegl aus der Bergstraße Nr. 540 spendete den Bauplatz.

Dank der Spenden der Dorfbewohner von Neugeschrei, Vereinen, Fabrikanten  - auch aus Weipert - konnte die Grundsteinlegung bereits im Jahr 1895 erfolgen.

Graf Ferdinand von Buquoy erlaubte, dass die notwendigen Steine unentgeltlich am Hohenstein gewonnen werden konnten, er bewilligte den notwendigen Kalk und spendete das gesamte zum Dachstuhl benötigte Bauholz. Der Revier-Förster Franz Pöschl spendete den Glockenstuhl.


1897 wurden die Glocken bei der Firma Gößner in Wien bestellt.

Die 1. Glocke (676 kg) spendete der Kirchenbauverein,

die 2. Glocke (314 kg) die Brüder Josef + Theodor Kanneberger,

die 3. Glocke (180 kg) die Neugeschreier Frauen und Jungfrauen.

Die 4. Glocke, die alte (von 1607) sogenannte „Rathausglocke“ (95 kg) von Hans Wild, befand sich seit 1849 in Neugeschrei.

Die 5. Glocke, die sogenannte „Bergglocke“, hatte der Gewehrfabrikant Gustav Bittner geschenkt, in dessen Familien sie aufbewahrt worden war. Sie kündigte einst den Bergleuten die Tageszeiten an. Sie stammte aus dem Jahre 1747, wog nur 27 kg und hatte einen schönen hellen Klang, denn beim Guss war auch Silberlegierung mitverwendet worden.

Schon vor der Vollendung der Kirche wurden die Glocken von Pfarrer Hora am 15. Mai 1898 geweiht.

Die Paten waren:

Gräfin Buquoy, Anna Kanneberger, Pauline Siegel, Franz Pöschl, Josef Kanneberger.

Im Juni 1898 wurde der Hochaltar von der Firma Rifesser aus St. Ulrich in Südtirol geliefert und im September  von der Firma K. Neußer aus Neutitschein die Orgel. Sie hatte 14 klingende Stimmen mit 837 Pfeifen.

Am 15. Okt. 1899 war die feierliche Einweihung der „Herz Jesu-Kirche“  in Neugeschrei.

Der Turm ist 47 m hoch  -  das Schiff ist 25 m lang, 10,90 m breit und 10 m hoch.

- Der Frauenverein spendete 1900 den Marienaltar und 1915 auch den 2. Seitenaltar.

- Die Neugeschreier Frauen und Jungfrauen gaben 1901 die Kanzel und die Kirchenbänke 1903 – 1906.

- Der Kirchenbauverein spendete weitere Bänke.

- Josef Heid, Karlsbader Str. 628 gab den Glas-Luster.

- Im Juli 1914 wurde durch die Firma Josef Kohlert aus Graslitz die Turmuhr geliefert.

Die 2 schönen Engel sind leider während der Renovierungsarbeiten 1991-1997 gestohlen worden.

1914 wurde auch der Kreuzweg gespendet

von

  • I..........Frau Anna Kanneberger
  • II.........Gertrud u. Karl Florer
  • III........Prof. Dr. Th. Innitzer
  • IV........Frau Franziska Köhler
  • V.........Familie Wenzel Müller
  • VI........Familie Adalbert Härtl
  • VII.......Familie Theodor Schmidt
  • VIII......Familie Franz Schmidl
  • XI........Familie Wenzel Innitzer
  • X.........Familie Karl Fischer
  • XI........Familien Alfred Schmidl u. Joh. Bartl
  • XII.......Familie Anton Zahm
  • XIII......Gespendet durch die Neue Kongregation
  • XIV......Familie Joh. Langer, Hammer A.W.

Dann kam der 1. Weltkrieg und die Glocken wurden 1916 für Kriegszwecke beschlagnahmt. Wieder wurde Geld gesammelt und am 9. April 1922 konnten 4 neue Glocken geweiht werden.

Auch im 2. Weltkrieg 1942 wurden 3 Glocken eingezogen. Dieses Mal dauerte es längere Zeit bis im Juni 1996 die Kirche im Zuge der Renovierungen wieder 3 neue Glocken bekam.

Nach dem 2. Weltkrieg haben die verbliebenen Deutschen und aus dem Böhmerwald neu angesiedelten deutschen Bewohner von Neugeschrei die Kirche weiterhin liebevoll betreut.  

Die Gottesdienste wurden von Pfarrer Cón (1919-1993) zelebriert.


Ab 1990 ist es gelungen, unter großen finanziellen Anstrengungen der ehemaligen deutschen Bewohner und mit Unterstützung von Diözesen aus Deutschland und Österreich, die baufällig gewordene Kirche von Grund auf zu sanieren und im alten Glanz erstrahlen zu lassen.


Während der Renovierungsarbeiten (1991-1997) wurde der jährliche Gottesdienst zum Neugeschreier Fest mit Pfarrer Orland aus Bärenstein, Pfarrer Vodicka, Pfarrer Cón und Pfarrer Salzer vor der Kirche zelebriert.

Die Wiedereinweihung konnte 1997 gefeiert werden.

Viele von den schönen Glasfenstern von 1896 waren durch Steinwurf beschädigt worden. Die Fenster wurden restauriert und sind jetzt durch Sicherheitsglas von außen geschützt.

Gespendet vom

Kath. Polit. Casino Weipert-Neugeschrei

Renoviert 1994

Elisabeth Schmidl-Fischer, Aschaffenburg

Besonders stolz  ist man auf Dr. Theodor Innitzer, Kardinal von Wien.

Er wurde 1875 in Neugeschrei geboren, wo er auch aufgewachsen ist. 1902 empfing er in Wien die Priesterweihe und in seiner Heimatkirche der „Herz-Jesu-Kirche“  in Neugeschrei  hat er seine 1. Heilige Messe zelebriert.

In sein persönliches Wappen hat er die umgestürzte Tanne vom Wappen Weipert-Neugeschrei integriert. Es ist in der Neugeschreier Kirche neben der Kanzel auf die Wand gemalt.

Er starb 1955 in Wien, wo er im Stephansdom begraben liegt.


Siehe auch Bericht auf Neugeschrei.de in der Rubrik "Bilder".

Fotos von 1991 zu Beginn  der Renovierungen und danach.

Neue Fotos:

Geschichtliches:

SW-Fotos: 

Helga Scheichenost

Chronik W. Berbalk

Wurden zur Verfügung gestellt

Quellen

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Auch nach der Wiedereinweihung 1997 stellen sich immer wieder erneut Schäden an dem Gebäude, der Turm-Uhr und den Glocken ein, sodass wir zum Erhalt weiterhin auf Unterstützung angewiesen sind.                                                                  

Wenn Sie dazu einen Beitrag leisten möchten, so erbitten wir Ihre Spende auf das Konto:                                                                                                                




                                         



Vergelt’s Gott

Ingeborg Leo            

Kirchenverein:  Ingeborg Leo und Helmut Schmelz

DE09 6519 1500 0168 94 9008

GENODES 1 TET

Kirche Neugeschrei

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